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Warum etwas Fitness in jedes Leben gehört

Ich betreibe Kraftsport nun seit 15 Jahren und bin der Meinung, dass etwas Fitness in jedes Leben gehört und dass ich nicht da wäre, wo ich jetzt bin, hätte ich nicht entschieden damit anzufangen und immer irgendwie dabeizubleiben. Körperliche Fitness ist für mich nicht nur der Grundbaustein zur Gesundheit, es ist vielmehr auch das mentale Training, welches dahintersteckt. Die Fähigkeit zur Selbstmotivation oder wie man immer so schön sagt: „Die Kraft den eigenen Schweinehund überwinden zu können.“, ist es die im Gym, beim Work-out, neben der Muskulatur immer mit weiterentwickelt wird. Sich Ziele zu stecken, die erreichbar sind, diese konsequent und kontinuierlich zu verfolgen, als auch mich selbst immer wieder neu zu motivieren, habe ich genauso beim Fitnesstraining gelernt, wie meine Grenzen einschätzen- und Wege zu finden, diese am Ende doch überschreiten zu können.

Vielleicht an dieser Stelle kurz ein paar Eckdaten zu meiner Fitness: Ich bin jetzt 30 Jahre alt, 1,78 m groß und wiege seit ca. 6 Jahren 78 Kilo (egal was ich versucht habe). Meine Nummern für die Kraftklassiker lauten wie folgt: Bankdrücken 145 kg, Kniebeuge mit Langhantel 160 kg, Kreuzheben 200 kg. Ich habe mich seit jeher sehr intensiv mit Dingen beschäftigt, die mich interessiert haben, daher habe ich irgendwann angefangen, viel zu lesen und natürlich auch die verschiedensten Trainingsmethoden auszuprobieren. Manche waren gut und haben wirklich Spaß gemacht, andere waren zäh und langweilig, haben aber extremen Erfolg gebracht. Leider musste ich über die Jahre auch feststellen, dass man sich einiges kaputtmachen kann oder durch falsches Training bzw. falschen Focus schnell zur Lachnummer wird. Diese Disbalancen dann wieder rückgängig zu machen ist extrem langwierig und kräftezehrend. Sagen wir also einfach, es gibt einiges, was ich berichten kann und einiges, was ich gern vorher gewusst hätte.

Erfolg durch Selbstmotivation

Ich denke, dass im Leben immer der Erfolg haben wird, der bereit ist alles zu geben. Nur wer sich Ziele steckt und diese mit allem verfolgt, was er hat, wird sie am Ende erreichen und sogar feststellen, dass er eigentlich zu noch mehr fähig ist. Denn erst auf dem Weg merkt er, dass er eigentlich noch viel mehr erreichen kann. Ziele verändern sich mit der Zeit und das ist gut so, denn das lässt uns weitermachen. Trotzdem darf man, was man sich anfangs vorgenommen hat, nie aus den Augen verlieren. Denn wird die Anfangsintention vergessen und ihr Erreichen nicht gewürdigt, erfährt man nie das gute und unglaublich befriedigende Gefühl, etwas geschafft zu haben. Ich denke zwar, dass man niemals stehen bleiben sollte, aber ich habe gelernt, dass man von Zeit zu Zeit verweilen darf, um seine Erfolge zu feiern. Denn wenn man das nicht tut, ist man niemals zufrieden mit sich selbst, brennt aus und erreicht am Ende genau das Gegenteil. Leider werden die persönlichen Erfolge oftmals von den Mitmenschen übersehen und daher nicht so anerkannt wie man es sich wünschen würde. Darum ist es umso wichtiger zu lernen, sich selbst zu motivieren und vor allem, sich für sich selbst freuen bzw. auf sich selbst stolz sein zu können. An dieser Stelle ist mir in den letzten Jahren immer wieder die alte Floskel „Eigenlob stinkt“ in den Kopf gekommen. Damit wurde uns schon im Kindergarten eingebläut, dass man sich selbst nicht „toll“ finden darf, weil man sonst arrogant und überheblich wirkt. Aber sind nicht gerade die Menschen, die sich selbst „toll“ finden erfolgreich im Leben? Die heutige Gesellschaft ist einfach keine Feedback-Gesellschaft, und wenn, dann gibt es Feedback, was besser gemacht werden muss. Wer lobt denn heutzutage noch? Die Dinge, die lobenswert sind, werden erwartet und sind daher selbstverständlich. Genau das bringt mich zurück zur Selbstmotivation. Wenn ich mich selbst nicht lobe und für mich selbst nicht herausstelle, dass ich etwas wirklich gut gemacht habe, macht es nämlich oftmals niemand. Als Folge draus werde ich frustriert, fange an infrage zu stellen, warum ich das eigentlich alles mache, höre möglicherweise auf es zu tun, werde Durchschnitt und verschwinde wieder in der Masse. Aber sobald ich in der Lage bin, mich selbst darüber zu freuen, was ich erreicht habe, bin ich nicht länger abhängig von anderen, um motiviert zu sein, mache immer weiter, nehme meinen Erfolg selbst in die Hand und werde erfolgreich sein.

Sich einschätzen und Ziele stecken

Der Bogen zurück zum Fitnesstraining scheint jetzt sicher ziemlich weithergeholt, ist er aber nicht. Denn Erfolg, und das ist wissenschaftlich bewiesen, hängt immer auch mit der persönlichen Ausstrahlung und Selbstbewusstsein zusammen. Ich kann bestätigen, dass man sich besser fühlt und seine Mitmenschen eine Veränderung feststellen, wenn man anfängt, Sport zu treiben. Sei es auch nur die Freude, die man selbst ausstrahlt, wenn kleinere Dinge beginnen leichter zu fallen oder erste körperliche Veränderungen eintreten. Vielleicht fängt man an regelmäßig Liegestütze zu machen, zuerst 5 dann 10, irgendwann sind es 20. Wer kontinuierlich Fitness betreibt, wird nicht nur Fortschritte in den Übungen sehen, die er macht, er wird genauso lernen, sich selbst realistisch einzuschätzen, Schwachstellen erkennen, mit diesen arbeiten und für sich selbst Stück für Stück Ziele festlegen. Die ersten Ziele sind erfahrungsgemäß viel zu ambitioniert, aber wer sich von kleineren Rückschlägen nicht abschrecken lässt und am Ball bleibt, der lernt seine Ziele s.m.a.r.t. zu formulieren. Das Zauberwort der S.M.A.R.T. formulierten Ziele ist hier ist Achiveable und Realistic (erreichbar und realistisch) wer darüber nachdenkt und das beherzigt wird erfolgreich sein. Denn wenn ich mir erreichbare und realistische Ziele stecke, bleibe ich konsequenter am Ball, weil ich immer wieder Erfolgserlebnisse habe. Denkt man darüber nach, ist das nichts anderes, als auch im Leben der Schlüssel zur Konsequenz und Kontinuität. Ich bin kein Online-Personal—Trainer oder Teil der Hardcore-Fitness-Bewegung, die in Hunderten von Blogs und Videos der Welt erzählen, jeder kann alles erreichen, sich besser fühlen und seinen Traumkörper formen, wenn er nur etwas Aufwand betreibt, sein Leben ein wenig umkrempelt und die simpelsten Schritte befolgt. Ganz so einfach ist das nämlich leider nicht.

Stolz sein auf das, was möglich ist

Als ich anfing mich mit der Fitnesskultur zu beschäftigen war natürlich genau das auch mein Ziel, muskulös und definiert, das stereotype Bild von einem Kerl, dass seit der Antike als Idealbild in Form von Statuen verewigt oder in Legenden wie Herkules übermittelt wurde. Auch heute noch wird genau dieses Ideal von Hollywood und so ziemlich allen anderen Medien in unsere Köpfe implantiert. Nach 15 Jahren wight-lifting weiß ich, welcher Aufwand dahinter steckt, diesem Stereotypen zu entsprechen und nein, auch ich tue es nicht. Dennoch bin ich glücklich darüber und stolz drauf, dass ich während der letzten 15 Jahre im Schnitt 3-4 Mal die Woche für ca. je 1 Stunde im Gym war und etwas für mich und meinen Körper getan habe. Ich denke, das strahle ich auch aus. Ich denke, ich wirke, als wäre ich belastbar, mich selbst pushen- und etwas erreichen kann. Ganz zu schweigen davon, dass ich (klopf auf Holz), außer einem kleineren Schnupfen, nicht wirklich krank war. So viel zum Thema; sich selbst „toll“ finden. Ich bin einiger Maßen im Reinen mit mir und meinem Körper, weil ich mir selbst sagen kann: „Ich tue für mich, was ich kann“, also was in meinen Arbeits- und Lebensalltag passt, ohne mein Leben zu diktieren.

Falsche Erwartungen von Anfang an vermeiden

Der Schalter, um mit Fitness zu beginnen, wurde in meinem Kopf umgelegt als ich, ich denke, ich war 13, zum ersten Mal ROCKY IV sah. Es war mein erster Film der inzwischen legendären Reihe. Mittlerweile habe ich jeden der Filme mindestens 20-mal gesehen und noch heute ist Silvester Stallone ein Fitness-Vorbild für mich. Seine Form in ROCKY IV war das, wo ich immer hin wollte. Allerdings habe ich es in 15 Jahren nicht geschafft. Denn ich habe zwar immer viel Sport gemacht, aber ich habe Sport immer in mein Leben integriert und niemals anders herum. Genau das ist es, was ich hier ganz klar betonen möchte: „Jeder kann alles Erreichen und seinen Traumkörper formen, wenn er nur etwas Aufwand betreibt, sein Leben ein wenig umkrempelt und die simpelsten Schritte befolgt“ ist einfach Bullshit. Niemand wird das nächste superdurchtrainierte Fitnessmodel mit, wenn überhaupt 4 % Körperfett, ohne sein Leben darauf auszurichten. Damit meine ich, es entweder beruflich zu machen oder all seine Zeit so umzugestalten, dass man einem strickten Workout und Ernährungsplan folgen kann. Ich sage nicht, dass es unmöglich ist, ich habe sogar unglaublichen Respekt vor den Menschen, die es möglich machen, in einem „normalen Leben“ und manchmal sogar mit Familie und einem stressigen Job diese Formen erreichen. Ich sage nur, dass es unglaublich aufwendig ist, und nur wenige Menschen über die mentale Stärke verfügen dies durchzuziehen. Darüber muss man sich im Klaren sein und dementsprechend seine Ziele festlegen.

Einfach anfangen

Hier kommen wir nun wieder zu den erreichbaren Zielen und damit auch schon fast zum Ende meiner ersten Gedanken zum Thema Fitness. Zu allererst muss dort etwas sein, dass einen dazu bringt einfach anzufangen. Und ja, es ist so einfach, man muss nur anfangen. Der simpelste Antrieb ist mir und vielen, vielen anderen zu glauben, dass man sich langfristig besser fühlt, wenn man Fitness in seinen Alltag integriert. Der Schlüssel dazu ist Kontinuität. Wie bei allem im Leben, bei dem man Erfolg und Verbesserung anstrebt, muss man auch an seiner Gesundheit und Fitness kontinuierlich arbeiten. Ein Auto, das nicht gefahren wird, springt irgendwann auch einfach nicht mehr an. Der menschliche Körper ist nicht dazu gemacht 8-10 Stunden im Büro zu sitzen. Selbst wenn wir einen körperlich anstrengenderen Job haben, ist auch hier der Körper nicht dazu geschaffen stundenlang dieselben Bewegungsmuster auszuführen. Es gibt keinen Beruf, der den Körper so ausgewogen fördert, wie er es braucht. Wenn man also nicht gegen arbeitet, fangen irgendwann die „Wehwehchen“ an, alles wird schwerer und man fühlt sich wirklich immer älter. Glaubt mir, auch ich weiß bereits, wovon ich rede. Um die magische 30 fing es bei mir mit den „Wehwehchen“ an, also habe auch ich wieder einmal etwas geändert und mehr Änderung steht an. Das Gute ist, es ist nie zu spät etwas Neues auszuprobieren und vor allem ist es nie zu spät mit etwas Neuem anzufangen.

Langsam Anfangen, aber erfolgreich sein

Wenn ich sage, man muss einfach anfangen, meine ich nicht zwangsläufig man sollte sich im nächsten Fitnessstudio anmelden. Das Problem hierbei ist, dass sich viele Menschen direkt überfordern und mit einem viel zu strickten Plan anfangen (der übrigens bei guten Studios gleich bei der Anmeldung dabei ist). Natürlich sieht man schnell Erfolge, wenn man von 0 auf 100 drei- bis viermal die Woche 90 Minuten ins Gym geht. Allerdings ist die Motivation dann auch ganz schnell wieder weg, weil der Plan eigentlich nicht ins Leben passt und lieb gewonnen Routinen plötzlich auf der Strecke bleiben. Schon fängt man an, einmal auszusetzen, dann zweimal und eh man sich versieht, zahlt man den Beitrag völlig umsonst. Und das von jemandem, der seine Gym-Mitgliedschaft seit 12 Jahren wirklich nutzt, dennoch habe ich es im Freundeskreis sehr oft erlebt. Meine Empfehlung um „einfach anzufangen“ ist ein ziemlich einfach zu erreichendes Ziel: „Absolviere an jedem Morgen eines Arbeitstages bevor du das Haus verlässt 20 Liegestütze und 20 Kniebeuge“ gemeint ist im Idealfall am Stück, ist das noch nicht möglich, modifizierst du z.B. die Liegestütze und machst sie auf den Knien, nimmst bei den Kniebeugen einen einfachen Stuhl zur Hilfe oder du splittest es und machst Sätze á fünf Wiederholungen im Wechsel. Wichtig ist, dass du von Anfang an auf eine perfekte Ausführung achtest, hierzu gibt es hunderte Videos bei youTube zum Thema Liegestütz und Kniebeuge für Anfänger. Also fang einfach an, je 20 an jedem Arbeitstag, bevor du das Haus verlässt, und vergiss nicht stolz auf dich zu sein, wenn du die Haustür hinter schließt und weißt, dass du heute schon etwas für dich getan hast. Es ist ein Anfang, um die Benefits zu entdecken, den Willen nach mehr zu entwickeln und Konsequenz und Kontinuität zu stärken, Fitness ist ein so weites Feld, es gibt für jeden etwas, man muss nur das Passende für sich finden.

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