Die Westküste der USA – Roadtrip (Teil 1)
8. Januar 2020

USA Westküste – Roadtrip (Teil 2)

USA Westküste – Roadtrip (Teil 2)-Lake Tahoe5

Vor uns lagen immer noch gut 1.600 Meilen durch den Nordwesten der Vereinigten Staaten. Der erste Teil unseres Roadtrips, entlang der Westküste der USA, war schon superschön, wir waren wieder in unserem Element und hatten den Alltag vergessen. Es war zwar wieder einmal kalt, aber ich muss zugeben, dass ich in kalten Gegenden immer schneller entspanne. Irgendwie reinigt eisige Luft meine Gedanken besser, daher hätte ich mir keinen besseren Start für unsere Flitterwochen vorstellen können. Alles war verschwunden, es waren wieder einmal nur noch wir beide und unsere Reise. Keine Verpflichtungen außer die Tagesziele, Freiheit zu zweit. Viel Spaß bei: USA Westküste–Roadtrip (Teil 2)

Von Vancouver durch Washington und Oregon zur Küste

Washington-Oregon4

Für die ersten beiden Tage nach dem ersten Teil unseres Roadtrips, war unser Plan eigentlich nur zum sagenumwobenen Highway 1, der entlang der kompletten Westküste der USA führt, zu kommen. Daher war gerade die erste Etappe auch recht lang geplant und eben nur auf dem Highway 5. Die Strecke von Vancouver bis nach Independence, Oregon wurde vom Navi mit 6,5 Stunden berechnet. Durch Verkehr, Washington-Oregon2Pausen, kleinere Abstecher zu Wasserfällen oder Picture-Points auf der Strecke, wurden daraus allerdings ganz schnell 9 – 10 Stunden. Wir saßen also eigentlich den ganzen Tag im Auto, fühlten uns aber trotzdem relativ wohl, da wir zum einen darauf vorbereitet waren und zum anderen ja auch vom Auto aus, selbst entlang des Highways, die schöne winterliche Natur, durch die sich die Straßen Washingtons und Oregons schlängelten, genießen konnten. Natürlich war das aber nicht mit dem zu vergleichen, was Washington-Oregon3uns abseits der 5 erwarten sollte. Am Abend erreichten wir unser Airbnb nahe Independence, kochten noch fix etwas und fielen ins Bett. Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg in Richtung Küste, verließen die große vierspurige Straße und begannen unseren eigentlichen Roadtrip durch die Landschaft des amerikanischen Westens. Die Strecke dieses Tages durch Oregon, von Independence nach Gold Beach, betitelt meine Frau noch heute als die schönste unserer ganzen Reise. Es war aber auch ein traumhafter, Gold Beach4sonniger Frühlingstag mit angenehmen 22 Grad. Je näher wir der Küste kamen, desto stärker hatte die Jahreszeit bereits Einzug gehalten. So führte uns das Navi durch malerisches Farmland mit saftig grünen Wiesen und blühenden Kirschbäumen wie aus dem Pinsel eines Künstlers stammend. Nicht weniger beeindruckt waren wir, als wir endlich den berühmten Highway 1 erreichten. Der Inbegriff eines Roadtrips an der Westküste der USA. Die Strecke von Norden nach Süden hat den Vorteil, dass man den Pazifik immer auf seiner rechten Seite hat und demnach Gold Beach3jederzeit, ganz einfach anhalten kann, sobald einem etwas einen Grund dafür gibt. Fotopunkte und Gründe dafür gibt es genug, der Highway 1 gilt nicht umsonst als eine der schönsten Straßen der USA und besten Roadtrips der Welt. Auch das wurde mir bereits nach den ersten paar Meilen klar. Ich fühlte mich, als reite ich auf dem American Dream, als fahre ich durch einen Film. Übrigens braucht man nicht zu versuchen, den perfekten Fotopunkt zu finden. Hinter jeder Kurve gibt es einen Weiteren, der grundsätzlich besser ist. Am späten Nachmittag erreichten wir unser Nachtlager in Gold Beach. Viel zu sehen gab es nicht, es ist eine verschlafene, nette Westküsten-Kleinstadt direkt am Wasser. Für uns wie gesagt, nur ein Stopp zum Übernachten. Wir gönnten uns einen ausgiebigen Strandspaziergang und versuchten einen Schatz zu finden (https://visitgoldbeach.com/attractions/beach-treasure-hunt/), witzig, aber leider waren wir erfolglos.

USA Westküste – Roadtrip (Teil 2)-Gold Beach1
USA Westküste – Roadtrip (Teil 2)-Gold Beach2
USA Westküste – Roadtrip (Teil 2)-Gold Beach7

Eureka und die Redwood Trees

Genauso wie die relativ erfolgreiche Fernsehserie Red Wood Trees6zwischen 2006 und 2012, hieß unser nächstes Ziel. Diesmal war die Strecke nicht allzu weit, wir hatten also Zeit und freuten uns auf ausgedehnte Entdeckungstouren entlang der Strecke und in Eureka selbst. Die Bäume am Straßenrand wurden immer mächtiger, an diesem Tag sah ich zum ersten Mal die weltberühmten amerikanischen Küstenbäume. Bekannt als „Redwood-Trees“ sind sie der kalifornische Staatenbaum. Was ich bis dato nicht wusste, sie gelten als die ältesten Lebewesen unseres Planeten. Die Riesen werden in ihrer Lebensspanne von ca. 1800 Jahre, rund 115 Red Wood Trees4m hoch und erreichen einen Stammumfang von bis zu 30 m. Sie sind ein Anblick, der Ehrfurcht in einem aufkommen lässt. Diese Bäume haben mehr gesehen als 100 Generationen der Menschheit, kein Wunder, dass sie oft Pate für Kreaturen der Weisheit in diversen Fantasy-Büchern und Filmen standen. Wer wie wir auf einem Roadtrip ist und keinen ganzen Tag im Redwood Nationalpark plant, dem empfehle ich einen Stopp am „Prairie Creek foothill trail loop“ (https://www.nps.gov/thingstodo/prairie-creek_foothill-trail.htm) fast direkt am Highway 101. Es ist eine Rast, die auf dem Weg liegt, leider haben wir, diese Empfehlung erst in Eureka bekommen. Zum Glück entschieden wir uns ihr zu folgen und sind noch einmal 45 Minuten zurückgefahren. Was der Hoh Rein Forest für den Olympic National Park war, ist dieser Trail fEurika2ür Redwood, sicherlich kann man Tage hier bei den schönsten Wanderungen zubringen, ich persönlich habe bei diesem 1,5-stündigen Ausflug in einen Wald, wie aus „In einem Land vor unserer Zeit“ Eindrücke bekommen, die mich noch heute daran erinnern, wie kurz unsere Zeit auf Erden eigentlich ist und dass wir sie keines Falls verschwenden dürfen. Wer diesen Abstecher nicht einplant, verpasst eines der Highlights der Westküste Nordamerikas. Vielleicht waren wir nach dem Erlebnis Redwood etwas verwöhnt, aber Eureka hat uns am Abend nicht mehr umgehauen. Die Old Town von Eureka ist nett und auch die „Carson Mansion“ ein Foto wert, doch am Ende blieb es für uns nur die Stadt nahe den Redwoods.

USA Westküste – Roadtrip (Teil 2)-Eurka1
USA Westküste – Roadtrip (Teil 2)-Red Wood Trees3
USA Westküste – Roadtrip (Teil 2)-Eurika4

Lake Tahoe

Lake Tahoe1Eigentlich wäre der nächste logische Stopp nun San Francisco gewesen, allerdings waren wir ja selten logisch. Meine Frau wollte unbedingt, dass ich den Yosemite-Nationalpark sehe und ich wollte unbedingt, weiß der Geier warum, nach Lake Tahoe. Also entschieden wir uns während der Planung unserer Route, dass San Francisco ein anderes Mal auf dem Plan stand. Das ist eben der Luxus, den man sich leisten kann, wenn man 18 Monate in Kalifornien lebt. Ich kann leider noch nicht mit Sicherheit sagen, ob es die richtige Entscheidung war, nicht in San Francisco anzuhalten, das werde ich wissenLake Tahoe2 und es euch wissen lassen, wenn ich dort gewesen bin. Fakt ist, meine Eltern waren erst in San Francisco und waren absolut hin und weg. Fakt ist aber auch, dass South Lake Tahoe in meiner persönlichen Top 3 der schönsten Orte der USA ist. Wir verließen also die Küste in Richtung Inland. Mit jeder Meile weg von der Küste fiel das Quecksilber weiter. Als wir Sacramento passierten und langsam in den Tahoe National Forest eindrangen, befanden wir uns wieder im tiefsten Winter. Wir fuhren von Strand mit 25 Grad und T-Shirt, zu minus 8 Grad und 2 Meter Schneewehen am Straßenrand in 7 Stunden. Es war tiefster Winter zu dieser Zeit. Straßen waren teilweise nicht befahrbar und die Räumfahrzeuge im Dauereinsatz. South Lake Tahoe ist ein Lake Tahoe Hard Rocklandesweit bekanntes Erholungs- und Skigebiet. Ich würde sagen, quasi die Schweiz der USA, teuer und atemberaubend schön. Mir fehlen ehrlich gesagt die Worte um das Panorama der schneebedeckten Berge, die den spiegelglatten, eisblauen See einrahmten, zu beschreiben. Es war wieder einmal, wie ein Teil einer Leinwand zu sein. Die Gegend hat so viel zu bieten: Wintersport, Wandern, Natur, im Sommer sogar Wassersport, kuschlige Hotels und da die Stadt auch noch zur Hälfte in Nevada liegt Casinos. Wir hatten eine tolle Zeit hier. Tagsüber unterwegs im Winter-Wonderland und abends bekamen wir noch eine Lektion im Black Jack im Hard Rock Casino, wo wir sogar 20 Dollar gewannen.

USA Westküste – Roadtrip (Teil 2)-Lake Tahoe6
USA Westküste – Roadtrip (Teil 2)-Lake Tahoe3

Yosemite-Nationalpark

Yosemite2Nach unserem Erfolg im Casino, sollte es nun zum letzten Highlight unserer Reise gehen, dem Yosemite Nationalpark, ich wollte Bären sehen! Wie ich oben schon erwähnte, war es nicht so einfach, Tahoe zu verlassen, da der Winter die Straßen teilweise nicht befahrbar machte. So kam es, dass uns unser im Auto integriertes Navi auf der kürzesten Route in eine Sackgasse schickte. Gesperrt wegen Schnee. Eine hilfsbereite Café-Besitzerin empfahl uns die Waze-App (hier der link zur deutschen Version https://play.google.com/store/apps/details?id=com.waze&hl=de) diese updatet sich irgendwie immer wieder selbst und ist immer auf dem aktuellsten Stand. Das Wetter hatte Yosemite3unseren Plan etwas durcheinandergebracht, es war aber nicht schlimm, wir hatten Urlaub, Zeit, sowieso einen Tag für Yosemite geplant und die Landschaft, die während unserer Teilweisen wirklich langen Autofahrten an uns vorbeizog, zahlte für so gut wie alles. Da wir wie immer versuchten, preislich im Rahmen zu bleiben, lag unsere Unterkunft etwas außerhalb des Nationalparks. Was sich aber mit ca. $90 Preisdifferenz pro Nacht auszahlte. Nach 40 min Fahrt waren wir in Yosemite, wir enterten den Park durch den Eingang nahe „Fish Camp“ und wurden direkt mit einem tollen Fotopunkt belohnt, aber davon gibt es hier auch Hunderte. Die US-Amerikaner sind stolz auf ihre Nationalparks und das zurecht, Yosemite ist dafür ein Vorzeigebeispiel, ich würde liebend gern noch einmal zurückgehen, eines der Zelte mieten, mehrere Tage im Park verbringen und ihn noch intensiver erkunden. Wir entschieden uns für den Mirror Lake Trail (https://www.nps.gov/yose/planyourvisit/mirrorlaketrail.htm), zwei Meilen durch die idyllische, relativ unberührteYosemite5 Landschaft und wiederum ein ausgezeichneter Einblick in die Natur des Parks und auch in die Vielfältigkeit der Natur des Landes in kurzer Zeit. In Yosemite wurde mir an diesem Tag zum ersten Mal bewusst, welch Touristenmagnet die Nationalparks der USA sind. Sicherlich ist es absolut verständlich, wenn man bedenkt, welch atemberaubende Eindrücke man in den verschiedenen Parks bekommt. Je nach Vegetation und Klima des jeweiligen Bereiches des Landes bieten die unzähligen Reservate immer atemberaubende und unvergessliche Landschaften. Wir haben auf unseren Abenteurern einige Parks besucht und es nie bereut. Wo immer man also ist, sollte man die Möglichkeiten, die sich bieten mitnehmen, selbst wann man nur durch den Park fährt. Die Unmengen an Menschen, die wie in Yosemite sahen, machten die Yosemite1Unberührtheit der Natur nur noch erstaunlicher. Daumen hoch für den Aufwand, den die Amerikaner für ihre weltberühmten Parks betreiben, da weiß man wenigstens, wo die erst einmal horrend erscheinenden $35 Entrance-fee hingehen. Doch auch hier gibt es eine günstigere Variante. Plant man die Route, sollte man überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, direkt in einen Annual Pass zu investieren https://shop.usparkpass.com/products/america-the-beautiful-national-park-pass. Für $80 kommt man damit in so gut wie jeden Park. Der Pass ist ein Jahr gültig und einmal übertragbar, daher wird er oftmals auf eBay für einen Bruchteil des Preises angeboten. Nach diesem letzten Eindruck und ohne bisher in San Francisco gewesen zu sein, danke ich meiner Frau ein weiteres Mal für den weisen Ratschlag, dass man Yosemite gesehen haben sollte. Ich stimme zu, es ist absolut paradiesisch. Und das, sogar obwohl wir leider keine Bären gesehen haben, dafür aber einen Luchs, der ganz entspannt durch den Park spazierte, den eigentlich befanden wir uns ja in seiner Welt, er hat uns nur erlaubt sie zu besuchen.

USA Westküste – Roadtrip (Teil 2)-Yosemite6
USA Westküste – Roadtrip (Teil 2)-Yosemite4

Heimreise nach Santa Barbara

Die Zeit flog nur so vorbei, schon waren wir wieder auf der Straße in Richtung meiner temporären Heimat Santa Barbara. Als wir meine kleine Condo erreichten, gab es kein Gefühl von „etwas geschafft zu haben“ oder „endlich wieder zuhause zu sein“. Wir hatten zwar bereits Unmengen von neuen Eindrücken und Erinnerungen im Gepäck, aber es hätte eigentlich weiter gehen sollen. Ich war noch nicht bereit, dass unser Roadtrip vorbei ist. Wir hatten noch so vieles nicht gesehen während der 16 Tage und 3.200 km im gesamten. Ich finde, das sind schon beeindruckende Zahlen aber noch einmal, man unterschätzt in den USA mit 100-prozentiger Sicherheit die Entfernungen und Fahrzeiten. Sicherlich haben wir keine reine Westküsten-Route geplant. Es gibt aber auch unendlich viele Variationen für solch eine Reise. In der Zwischenzeit haben wir hier auch schon andere Dinge gemacht und gesehen, die ich empfehlen würde. Allgemein würde ich für diejenigen, die einen solchen oder ähnlichen Trip machen möchten, empfehlen, Kanada separat zu bereisen und vielleicht eher zu versuchen von Seattle bis San Diego oder Las Vegas zu planen. Es gibt hier soviel zu erkunden, dass man sich einfach genau überlegen muss, was man besuchen und wo man gewesen sein möchte. Wir haben in meiner Zeit hier noch einige Tages oder zwei Tagestrips entlang der Küste gemacht und dabei noch andere tolle Dinge entdeckt, über die ich hoffentlich noch berichten werde. Nur so viel, Dinge wie Monterey, Hurst Castle, Paso Wine Country, die Sea Elephants, Big Sur, Bixby Bridge, Santa Barbara, Las Vegas, Grand Canyon, Hoover Damm, San Diego und natürlich für die ganz harten „Road-Tripler“ die absolut elysischen Antelope Canyons sind alles Orte, die mehr als nur sehenswert und definitiv einen Stopp oder sogar, kurzen Aufenthalt wert sind.

2600 meilen USA Westküste – Roadtrip (Teil 2)

Was mir an unserer Route so sehr gefallen hat und darüber war ich mir zu Beginn gar nicht so bewusst, war, dass wir sehr auf die Natur fokussiert waren und eben nicht so sehr auf die Metropolen. Ich persönlich habe auf dieser Reise meine Liebe zur Natur wiederentdeckt. Denn eigentlich sind es nicht die Großstädte, die die USA besonders machen, es ist die unbeschreibliche Vielfalt der Landschaften und Menschen. Wie überall muss man nur seine Vorurteile ablegen und sich darauf einlassen, dafür gibt es eben nichts Besseres als einen Roadtrip.

Für die, die den ersten Teil verpasst haben:

https://www.no-matter-what.net/die-westkueste-der-usa-roadtrip-teil-1/

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