Heiraten in den USA – nur wir Zwei, romantisch und ohne Stress
23. July 2019

„Build up your resume“ Der Traum vom Arbeiten in den USA – von der Idee bis zum J1 Visum und nach Santa Barbara, California.

Am Anfang stand wie immer eine Idee, der Traum von den USA. Warum die USA? Vielleicht durch die Filme, die man als Kind gesehen hat, das Sehnen nach dem „American Way of Life“, dass es einfach gut im Lebenslauf aussieht oder auch die Vorstellung, dass man sich mit der Sprache relativ einfach arrangieren kann. Fakt ist, dass man in der Hotellerie einfach nicht um einen Auslandsaufenthalt herumkommt, wenn man gewisse Positionen erreichen möchte, ohne studiert zu haben. Wobei sich auch das mittlerweile durch den Fachkräftemangel wandelt. Doch dies ist ein komplett anderes Thema. Wie also bin ich in Santa Barbara gelandet?

Wann sollte der Auslandsaufenthalt stattfinden?

Ich hatte diesen Traum seit meiner Ausbildung, habe ihn aber aufgrund von Chancen, die sich mir immer wieder eröffnet haben, jedes Mal weiter nach hinten geschoben. Grundsätzlich wollte ich direkt nach meiner Ausbildung ins Ausland gehen, damals war ich 21. Wäre das zu früh gewesen? Sicherlich wäre es auch gegangen, aber definitiv hätte ich keine Management-Position bestreiten können. Ich denke, diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Grundsätzlich muss man lediglich die Visa-Bestimmungen erfüllen. In meinem Fall war es eine abgeschlossene Berufsausbildung und mindestens 5 Jahre Erfahrung im selben Berufsfeld.

Als Tipp kann ich nur geben, je länger man es vor sich herschiebt, desto schwerer wird es alles abzubrechen und den Schritt zu wagen. Umso mehr man investiert und über die Jahre aufbaut, desto mehr muss man wieder aufgeben und einreißen. Es gibt sicherlich genug gute Gründe um manche Träume nicht zu leben, aber diese nicht gelebten Träume können später zum Problem werden, wenn auch nur ganz unterschwellig. Darum sage ich, „…tu es einfach, es gibt nichts zu verlieren…“, man kann sogar nur gewinnen, denn die Erfahrung und den Stolz es getan zu haben, nimmt einem im Nachhinein niemand mehr.

Wichtig anzumerken ist hier noch, dass das J1 Visa einer Altersgrenze von 35 unterliegt und man mindestens € 8.000 gespart und zur Verfügung haben sollte. Um mich erstmalig zu informieren, habe ich diese Seite genutzt: https://www.j1-visum.de/wichtige-fragen-faqs.html .

Der Lebenslauf, der Schritt vor dem ersten Schritt

Wie auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt musste ich, bevor ich mit der Jobsuche im Ausland startete als erstes meine Unterlagen auf den aktuellsten und vor allem englischen bzw. amerikanischen Stand bringen. Das bedeutet, ich brauchte einen amerikanischen Lebenslauf, Empfehlungsschreiben (Arbeitszeugnisse in Englisch „to whom it may concern“), mein Ausbildungszeugnis (habe ich bei der IHK nachträglich beantragt) und alle Trainingsnachweise, die ich irgendwann einmal bekommen hatte. Für den amerikanischen Lebenslauf gilt wie eigentlich auch im deutschen, es geht darum, was ich kann und was ich erreicht habe, es geht um meine Fähigkeiten und nicht um mich als Person. Mit meinem Lebenslauf verkaufe ich mich an meinen späteren Arbeitgeber. Durch die strengen Anti-Diskriminierungs-Gesetze in den USA, landen Lebensläufe mit zu viel Eigeninformationen oder Bewerbungsfoto direkt im Papierkorb oder schaffen es erst gar nicht bis auf den Tisch des Personal-Managers. Weniger ist mehr, kurz und knackig: Warum bist du genau der, den das Unternehmen will, schwarz-weiß ist gern gesehen. Ganz simpel: Tätigkeit (mit Aktuellster beginnend und dann rückwärts bis zur Ausbildung) + Aufgaben + Erreichtes (nur job-relevante Tätigkeiten), Fähigkeiten, zusätzliche Qualifikationen und Referenzen mit Kontaktangaben. Hilfe beim Schreiben meines Lebenslaufs hatte ich von meinem damaligen Vorgesetzten und hier: https://www.audimax.de/bewerbung/lebenslauf-tipps/bewerbung-in-den-usa-der-amerikanische-lebenslauf/

Mein Tipp: Achtung mit klassischen Job-Bezeichnungen, meine Zeit als „Demi Chef de Bankett“ und „Chef de Bankett“ wurde durch die englische Bedeutung des Wortes „chef“ als Koch, als intensive Küchenerfahrung ausgelegt, obwohl ich niemals in der Küche tätig war.

Als ich das alles soweit fertig hatte, war ich zum ersten Mal überzeugt, dass ich meinen Traum wirklich in die Tat umsetzen werde, jetzt konnte es losgehen.

Einen Job finden, die Unterlagen versenden. Nicht so einfach wie gedacht

Relativ schnell fand ich heraus, dass mein Plan meine Unterlagen einfach initiativ an die Hotels zu schicken, in denen ich arbeiten wollte, nicht funktioniert. Denn es gab keine Kontaktadressen, an die ich sie hätte e-mailen können. Nachdem ich tagelang versuchte Kontakte über z. B. linkedin oder andere Netzwerke zu knüpfen und alle meine Kontakte mit Verbindungen in die USA abgegrast waren, fing ich an doch über Agenturen nachzudenken. Anfangs wollte ich nichts davon wissen, weil Sie einfach eine Menge Geld kosten. Als dann etwas Zeit vergangen und ich mit meinem Latein am Ende war, entschied ich, es doch einfach zu versuchen und mich zu informieren. Wie sich herausstellen sollte, war dies die beste Entscheidung bezüglich meines USA-Aufenthalts. Nach einiger Recherche und durch Empfehlungen stieß ich auf HRC-International, eine von vielen Agenturen, die sich darauf spezialisiert haben Jobs im Ausland zu vermitteln und Auslandsaufenthalte zu organisieren. Sie waren wirklich großartig, vom ersten Informationsanruf bis zu meinem Abflug in die USA. Selbst jetzt noch fragen sie immer wieder und stellen sicher, dass alles in Ordnung ist. Ich kann jedem, der mich fragt wie ich es geschafft habe nach Kalifornien oder in die USA zu kommen mit gutem Gewissen empfehlen: „Geht mit HRC international“. Die Kosten erscheinen mit € 2.000 im ersten Moment extrem hoch, aber sie sind es absolut wert. Besucht die Website und informiert euch. https://www.hrc-international.com/

Wohin möchtest du und was möchtest du tun, wohin kannst du und was kannst du?

Die Arbeit mit der Agentur war wirklich simpel, sie haben mir einen kompletten roten Faden gegeben, alle meine Fragen beantwortet und mich niemals allein gelassen. Wie es in den USA heißt „simple and pretty straight forward“. Darum möchte ich nur ein paar wichtige Punkte während des Prozesses ansprechen:

Um in die Datenbank der Agentur aufgenommen werden zu können, benötigte ich folgende Dokumente:

  • englischer Lebenslauf
  • Arbeitszeugnisse in Englisch
  • Pass
  • professionelles Foto

Sobald ich in der Datenbank war, wurde ich einem Sachbearbeiter zugewiesen. Dieser vereinbarte einen Termin für ein erstes Telefoninterview. Dieses Interview war zwar nur ein Kennenlernen, aber eigentlich doch viel mehr, denn mein Eindruck bei ihm entschied, an welche Hotels ich empfohlen werde. Es ging um mich und meinen Lebenslauf, wer bin ich, was möchte ich machen – und wohin möchte ich gehen. Aber auch, wie ist mein Englisch, wie verhalte ich mich, welche Position könnte ich bestreiten, ab wann bin ich verfügbar, wäre ich in der Lage ein Auto zu kaufen und mobil zu sein usw. Man darf an diesem Punkt niemals vergessen, die Agentur vermittelt mich an das Unternehmen. Natürlich ist sie daran interessiert, mich zu vermitteln, weil sie dafür bezahlt werden. Aber am Ende bin ich als der Vermittelte auch mit verantwortlich für die Reputation der Agentur. Somit war dieses Telefonat zwar simple, aber auch äußerst wichtig. Nach diesem ersten „Bewerbungsgespräch“ bekam ich die ersten Jobvorschläge.

Und die Zeit des Wartens begann.

Welches Angebot ist das Richtige?

Es ist extrem wichtig, sich intensiv mit dieser Frage zu beschäftigen. Denn, wenn man sich für ein Angebot entschied, erhält man einen Vorabvertrag, in dem man mit seiner Unterschrift bestätigt, dass, sollte das Unternehmen sich für einen entscheiden, man dieses Angebot annimmt, egal welche unglaublichen Chancen sich später vielleicht noch bieten. Hat man diesen Vorvertrag unterschrieben, präsentieret HRC den Kandidaten dem Unternehmen. Das Unternehmen entscheidet dann nach der Sichtung der Unterlagen, ob ein Gespräch (telefonisch) vereinbart wird.

Die Frage „welches Angebot das Richtige ist“ kann natürlich nur jeder persönlich beantworten. Es hängt davon ab, welche Erfahrungen man bereits hat, in welcher Position man gerade ist, was man sich von dem USA-Aufenthalt erhofft, was in den Lebenslauf passt und natürlich auch, was einem die Agentur zutraut. Grundsätzlich möchte ich hier darauf hinweisen, dass die Positionsbezeichnungen und die dazugehörigen Aufgaben in den USA sich von denen in Europa unterscheiden. Man muss sich also die einzelnen Jobbeschreibungen sehr genau durchlesen und sicherstellen, dass man sie zu 100% versteht. Wie so ziemlich überall liegt auch in den USA besonders großer Druck auf den ersten Management-Positionen. Das sind genau die Positionen, die im Lebenslauf später sehr eindrucksvoll aussehen, für die aber auch hier extrem hart arbeiten wird.

Als Manager gibt es meistens Gehalt als „exempt“ oder „salery“, heißt: Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten und es werden zum Großteil 10h pro Schicht und 50h pro Woche erwartet. Außerdem trägt man eine hohe Verantwortung für seine Mitarbeiter und gegenüber seinen Vorgesetzten, ähnlich wie in Deutschland. Allerdings gibt es hier keine zusätzlichen freien Tage oder „Guttage“, sollte man doch einmal nur einen freien Tag pro Woche bekommen. Sobald man in dieser Gehaltsvariante ist, sind ALLE Wochen- und Monatsstunden mit dem Gehalt abgegolten. Wichtig ist, sich nicht von dem Gehalt täuschen zu lassen. Die Management-Gehälter erscheinen im Vergleich zu Deutschland utopisch, allerdings bleibt durch die Lebenshaltungskosten auch hier nicht viel übrig. Schaut euch genau an, wo ihr arbeiten werdet und was ihr dort an Geld benötigt (Miete, Versicherung, Transport, Lebensmittel, Freizeit, usw.). Die USA ist die Wiege des Kapitalismus, alles ist darauf ausgelegt Geld zu verdienen und es der Wirtschaft zurückzugeben. „You earn it, you burn it“ ist eine Floskel, die sich hier in meinen Kopf einbrannte.

Die Agentur prüft die Angebote, die sie bereitstellen natürlich auch vorher, da sie ebenfalls daran interessiert ist, dass man eine gute Zeit hat. Man wird also keinen Job finden, mit dem man nicht über die Runden kommt. Ich habe für mich selber festgestellt, dass ich mit meinem Lebenslauf zwar die richtige Position als Senior F&B Manager gewählt habe. Ich muss allerdings auch gestehen, wenn ich früher gegangen wäre und als Supervisor oder gar nur Server oder Bartender gearbeitet hätte, mein Leben hier wesentlich entspannter und die Erfahrung so ziemlich dieselbe gewesen wäre.

Mein Tipp: Es ist genau zu überlegen, was ich möchte, zu recherchieren wo es hingehen soll und was die Lebenshaltungskosten dort sind. Ich als jemand der mittlerweile Bewerbungsgespräche führt und über Einstellungen entscheidet, kann nur sagen: „Ein Auslandsaufenthalt sieht in jedem Lebenslauf gut aus, egal welche Position man bestreitet oder wie lang er ist. Es kommt am Ende nur darauf an, was man persönlich von diesem Abenteuer mitnimmt und wie man es dem zukünftigen Arbeitgeber verkauft.“

Die Jobs die HRC vermittelt, findet ihr auch auf der Website, wenn ihr noch nicht in der Datenbank seid. https://www.hrc-international.com/vacancies-career-program.html

Planung erspart wie immer eine Menge Stress, Initiative ist notwendig

Um nichts zu vergessen und alles zu schaffen, habe ich frühzeitig angefangen meinen Abschied aus Deutschland vorzubereiten. Zeitlich heißt das, ich begann ein dreiviertel Jahr, bevor ich eigentlich gehen wollte meine Unterlagen auf Vordermann zu bringen, da ich mir nicht allzu viel Stress neben dem Job machen wollte. Der eigentliche Prozess mit der Agentur und der deutschen Bürokratie startete ca. ein halbes Jahr vorher.

Mein Tipp: Mir fiel es extrem schwer einschneidende Entscheidungen zutreffen, wie z. B. meine Wohnung und meinen Job zu kündigen ohne bereits etwas Neues in der Hand zu haben. Das war neu und wirklich beängstigend für mich. Aber diese Entscheidungen mussten getroffen werden, denn die Jobs kamen sehr kurzfristig – durchschnittlich etwa 1, maximal 2 Monate vor dem Startdatum. Was bekanntermaßen mit der normalen deutschen Vertragskündigungsfrist von drei Monaten nicht zu vereinbaren ist. Ich kann heute sagen, die Angst nichts zu bekommen und ggf. mit leeren Händen dazustehen ist bei der Zusammenarbeit mit einer Agentur unbegründet. Es wird auf jeden Fall die Möglichkeit geben innerhalb des persönlich geplanten Zeitraums in die USA zugehen, solange man selbst auch etwas Flexibilität zeigt. Danke an dieser Stelle an meine Frau, dass sie mich in dieser Zeit so unterstützt und gepusht hat.

Kündigung von laufenden Verträgen und Verpflichtungen

Das Zauberwort zur Kündigung fast aller meiner Verträge war, das freundliche und ehrliche Gespräch mit den entsprechenden Kundenhotlines und die „Abmeldebescheinigung aus Deutschland“. Ganz einfach gesagt, gibt es in vielen Standardverträgen eine Klausel zur Erfüllbarkeit der Vertragsbestandteile. Sobald diese Erfüllbarkeit nicht mehr gegeben ist, kann der Vertrag außerordentlich und vor Ablauf der eigentlichen Vertragsdauer gekündigt werden. Logisch das die Erfüllbarkeit bei den Verträgen die Normalos wie ich hatten, nicht mehr gegeben ist, sobald man das Land für einen längeren Zeitraum verlässt. Die Abmeldebescheinigung erhält man zwar erst zwei Wochen bevor man das Land verlässt https://www.germany.info/us-de/service/melderecht/1216380, allerdings ist es ratsam die Verträge bereits weit vorher, mit dem Hinweis das die Abmeldebescheinigung nachgereicht wird sobald vorhanden, zu kündigen. Denn die dreimonatige Kündigungsfrist bleibt auch mit der Bescheinigung bestehen. Ich habe z. B. meinen Handyvertrag noch drei Monate aus Kalifornien bezahlt, weil ich dies nicht beachtet habe.

Versicherungen können stillgelegt werden, manchmal ist es sinnvoller, sie für den Zeitraum zu behalten und weiter zu zahlen als die bereits erreichten Benefits zu verlieren. Es ist immer daran zu denken, dass man irgendwann auch zurückkommt. Auch hier gilt es, sich einfach mit dem Versicherungsberater seines Vertrauens zusammenzusetzen.

Das gleiche gilt bei den persönlichen Finanzen. Ich gut damit gefahren ein komplett gebührenfreies Konto bei der DKB zu eröffnen und auf diesem Weg ein deutsches Konto für Notfälle zu behalten. Es ist im Übrigen ratsam, zwei Kreditkarten zu haben, falls mit einer von beiden etwas sein sollte, sowie die Kreditinstitute über die Pläne zu informieren, sonst denken sie die Karten wurden gestohlen und sperren sie bei der ersten Nutzung.

Außerdem wichtig ist die Kommunikation mit dem Arbeitsamt. Meldet man sich nicht direkt arbeitssuchend, hat man keinen direkten Anspruch auf Arbeitslosengeld, wenn man wiederkommt. Man fällt dann in unnötig komplizierte Prozesse. Auch hier die gleichen Worte, erzählt man ehrlich, was man vorhat und bittet um Beratung und Hilfe, so wird einem auch im Arbeitsamt gern geholfen, lediglich Termine sind schwer zu bekommen. Darum, genau wie beim Bürgeramt, frühzeitiges Kümmern erspart viel Stress, wenn das Abflugdatum näher rückt.

Mein Tipp: Eine Liste hilft den Überblick zu behalten, wer fragt, dem wird geholfen, die deutsche Bürokratie ist zwar langwierig aber trotzdem freundlich und hilfsbereit. Frühzeitiges Planen und Vorausschauen erspart viel Stress, Deutschland problemlos zu verlassen, sodass man sich in den USA voll auf alles Neue konzentrieren kann, geht nicht von heut auf morgen oder in einer Woche.

Das richtige Angebot ist da

Natürlich war auch ich aufgeregt und wurde von Zeit zu Zeit ein nervliches Wrack, als keine Jobangebote reinkamen, die in meine Vorstellungen passten. Nach etwas Zeit kam dann aber doch endlich ein Angebot welches mich interessierte. Wie ich weiter oben schon erwähnte, unterschrieb ich den Vorvertrag und band mich somit an das Angebot. Nachfolgend gingen meine Unterlagen zum Unternehmen. Um mich auf ein mögliches Gespräch vorzubereiten hatte ich ein Test-Skype-Interview mit HRC. Nach dem Interview gaben sie mir Feedback und wertvolle Tipps. Noch einmal, sie wollten wirklich, dass ich etwas fand, denn es ist ihr Job, großartig! Leider kam es nie zu dem Gespräch – Rückschläge gehören dazu. Und wie meine Frau sagte, „Dann solltest du da eben nicht hin.“ Und es ging weiter, bei meiner zweiten Zusage für ein Angebot kam es dann zum Interview. Offen gesagt, ich erhielt die Information, dass sie gerne mit mir sprechen würden an einem Tag und den Termin für das Gespräch am Morgen des nächsten Tages, durch die Zeitverschiebung eigentlich am Abend desselben Tages in Deutschland. Wie gesagt, alles sehr kurzfristig.

Jedes Interview ist anders, aber gerade in Amerika geht es darum, sich selbst bestmöglich zu verkaufen. Die Amerikaner reden selbst gern und viel. Sie sind gute Selbstdarsteller und mögen ein souveränes und selbstbewusstes Auftreten. Mit einer deutschen Ausbildung hat man bereits einen großen Pluspunkt. Die europäische, speziell deutsche, österreichische und schweizerische Hotellerie und Gastronomie sind hier bekannt und hoch angesehen.

Die besten Tipps, die ich im Nachhinein geben kann sind: Bereitet euch auf das Gespräch vor wie auf ein deutsches Bewerbungsgespräch: Warum bin ich der richtige für den Job, meine Qualifikationen, Stärken und Schwächen, Fakten über den Arbeitsplatz, Kenntnisse über Position und Unternehmen und Fragen für den Arbeitgeber. Außerdem solltet ihr euren Lebenslauf kennen und einwandfrei in Englisch wiedergeben können. Wie gesagt, wie im deutschen, nur auf Englisch und etwas dicker auftragen, wenn es darum geht euch darzustellen. Im Allgemeinen solltet ihr das Gespräch in einem Englisch vorbereiten, in dem ihr euch wohlfühlt, und dass ihr souverän sprechen könnt. Die schönsten Worte nützen nichts, wenn ihr sie vergesst, weil ihr aufgeregt seid und anfangt zu stammeln. Glaubt mir, ich habe es versucht. Für den Fall, dass ihr aus dem Konzept kommt, solltet ihr euch Notfallfragen zurechtlegen. Die Amerikaner haben im Normalfall Verständnis, wenn ihr eine Frage einmal nicht zu 100% versteht und nachfragen müsst. Während meiner Vorbereitung habe ich hier nach Hilfe gesucht. https://www.monster.de/karriereberatung/artikel/bewerben-usa-job-interview-39180

Der Botschaftsbesuch für das J1 Visa

Ich bekam den Job, der nächste Schritt war das Vereinbaren eines Termins in einer US-Botschaft um das Visum zu beantragen. Den Termin vereinbarte ich ganz einfach online: https://www.usembassy.gov.

Heute weiß ich nicht mehr warum, aber irgendwie sah ich auch den Besuch bei der Botschaft als Hürde.

Eigentlich gab es keinen Grund, warum ich kein Visum hätte bekommen sollen. Ich hatte einen Job und einen Visumsponsor (automatisch durch HRC, http://www.htp-usa.com/ ), einen gültigen Reisepass, die Formulare DS-2019 und DS-7002, SEVIS-Rechnung, die Bestätigungsseite der DS 160 online ausgedruckt, die Visa-Fee bezahlt und bestätigt, ein Passbild und die Nachweise über ausreichend Ersparnisse. Eigentlich alles, was man braucht. In der Botschaft passierte nichts weiter als, dass ich meine geforderten Unterlagen abgegeben habe und kurzes Interview an einem Schalter hatte. Dann gab es eine Bestätigung auf der „DS-2019 form“ – bestätigt, dass ich für den Erhalt des J1 Visum berechtigt bin, Passbild und Reisepass abgeben, und das war es. Der Reisepass wurde mir dann innerhalb von zwei Wochen mit der Post zurückgeschickt. Auch hier gab es einen kleinen Aufreger. Es hieß, ich muss den Erhalt meines Passes persönlich quittieren, zu dieser Zeit war ich allerdings mit meiner Frau im Urlaub und eben nicht in Deutschland. Aber auch das war eigentlich kein Problem, der Pass war im Briefkasten, als meine Frau und ich aus dem Urlaub zurückkamen.

Als Tipp zum Botschaftsbesuch: Auf der Website heißt es, dass man nicht früher als 15 Minuten vor dem vereinbarten Termin erscheinen soll.

Diese Zeit beschreibt, wann man die Sicherheitskontrolle passiert. Ich war ca. 45 Minuten vorher da, stellte mich in die Schlange und war 15 Minuten vor dem Termin an der Kontrolle. Hat man also nicht gerade einen der ersten Termine, sollte man ruhig früher da sein und definitiv Zeit einplanen, denn es bleibt ein Behördengang.

Finale, die letzten Vorbereitungen

Das Visum war da, mein erster Arbeitstag rückte näher, jetzt wurde es so richtig ernst. Meine Agentur hatte mir geraten, meinen Flug erst zu buchen, wenn ich meinen Pass mit dem Visum zurückhabe. Dieser Ratschlag kommt offensichtlich aus Sicherheitsgründen, falls bei der Botschaft irgendetwas länger dauert oder bei der Post irgendetwas schiefgeht. Grundsätzlich ist das auch die sicherste Variante, da man Flüge nicht so einfach stornieren oder umbuchen kann. Ich habe lange gewartet, buchte dann aber einfach aus Kostengründen bereits, bevor ich den Pass zurückhatte. Heute würde ich den Flug buchen, sobald ich weiß wann mein erster Arbeitstag in den USA ist, denn dies ist die Deadline, die es zu halten gilt. Im Normalfall wird sie auch gehalten. Aber dies sind nun meine Erfahrungen. Weiterhin begann ich zu diesem Zeitpunkt meine Checkliste final abzuarbeiten und doppelt zu checken. War wirklich alles gekündigt? Sind alle Kündigungen bestätigt? Hatte ich an alles gedacht? Was brauchte ich noch? Es ist z. B. immer gut, jemanden zu bevollmächtigen, stellvertretend für einen handeln zu dürfen, solange man nicht da ist. Es kann immer passieren, dass etwas Unvorhergesehenes eintritt. Man kann fast alles online regeln, aber manchmal müssen doch noch irgendwo Unterschriften geleistet werden. Außerdem war jeder informiert, der informiert werden musste? Hatte ich alles, was ich für den Start brauchte? Die wichtigsten Dinge waren tatsächlich:

  • Steckdosen Adapter,
  • Kreditkarten, mit dem entsprechenden Limit
  • Onlinebanking-Daten
  • Alle Unterlagen und Formulare der Agentur und des Visa-Sponsors
  • Reisepass
  • Personalausweis
  • Führerschein
  • Bargeld (welches man ganz einfach bei seiner Bank in der entsprechenden Währung bestellen kann)
  • eine SIM-Karte für mein Handy, die in den USA sofort funktioniert (auch diese wurde von HRC bereitgestellt)
  • Flugticket
  • Laptop

Nicht zu vergessen, die Unterkunft für die erste Zeit. Beim Großteil der Jobangebote, die ich über den Zeitraum gelesen habe, war es möglich den ersten Monat, bzw. bis man etwas Eigenes gefunden hat im Hotel zu wohnen. Das ist die beste Lösung und traf auch auf meinen Fall zu. Ist das nicht der Fall, empfehle ich, für mindestens einen Monat ein Airbnb zu buchen. Reichen die finanziellen Mittel aus, gibt es auch „Longstay Motels“, die man von Monat zu Monat buchen kann. Diese Motels bieten allerdings oftmals nicht die beste Nachbarschaft. Das Thema „Housing“, also eine Wohnung zu finden, ist zu 100% etwas, dass man vor Ort angehen sollte. Vereinbare niemals etwas online oder sende vorab Geld, egal wie seriös alles wirkt. Dies jedoch ist ein weiteres Thema für einen anderen Artikel.

Mein Tipp für die finalen Vorbereitungen:

  • $2.500-$3.000 Bargeld
  • Alle Reisedokumente und Formulare in doppelter Kopie für Koffer und Handgepäck
  • 2 Kreditkarten, 60 % der Ersparnisse aufgeteilt auf beide Kreditkarten (um bei der Bank am Schalter ohne Probleme, Bargeld für zum Beispiel eine Mietkaution zu bekommen auch wenn man kein US-Konto hat)
  • Online-Banking-Daten sicher am Körper

Auf ging es ins bisher größte Abenteuer meines Lebens

Der letzte Schritt war das Verabschieden von meiner Frau, meiner Familie und meinen Freunden. Dann stieg ich in das Flugzeug und mein Abenteuer begann.

18 Monate Santa Barbara, Kalifornien, USA als Senior F&B Manager.

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